Posts filed under 'Konsumguerilla'
Eine tolle, aber leider noch recht unbekannte Naturkosmetik-Reihe entdeckte ich neulich: Huiles & Baumes. Die Firma mit dem schwer aussprechbaren Namen kommt aus den französischen Alpen und produziert dort auch ihre komplette Linie. Das Tolle ist, ähnlich wie bei Logona, dass sie trotz Ihren hohen Ansprüchen an die verwendeten Materialien, sich im unteren Preissegment (für gehobene Naturkosmetik) bewegen und nicht wie Snowberry aus Neuseeland hauptsächlich die Luxusliga bedienen.
Der Gründer Maximiliano Bustos folgte keinem LOHAS-Hype, sondern produziert diese Linie seit 1989 aus Überzeugung zu 100% unter Verwendung organischer und rein natürlicher Zutaten. Die Incis (also Inhaltsstoffe) lesen sich gut und beruhigend - das heißt kein Parabene, keine synthetische Konservierungsmittel, keine Petrochemikalien (Mineralöle, Paraffine), Silikone, Lösungsmittel, Gallerte, synthetische Farbmittel, synthetische Parfums und ähnlicher Dreck.
Der gute Mann erscheint übrigens auch mehr als kompetent: Als Biochemiker, Forscher in Phytotherapie, Yoga-Meister und Verfechter natürlicher Schönheit besitzt er ein fundiertes Wissen über pflanzliche Öle, Lebensmittelzusätze und Kosmetologie. Der Bekanntheitsgrad seiner Produkte stieg (und steigt) recht langsam, er verkaufte sie zu Beginn nur an seine Yoga-Schüler, diese erzählten wiederrum begeistert Bekannten davon und so weiter und so fort. Alle Huiles & Baumes - Produkte sind mit Ecocert und Cosmébio zertifiziert, nicht an Tieren getestet und werden so umweltfreundlich wie möglich produziert. Die Verpackungen sind natürlich alle recyclebar.
Wer nicht direkt in Frankreich bestellen möchte spart hier Transportkilometer.
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November 18th, 2009
==Konsumguerilla - Beitrag vom 14.3.08==

Alles im grünen Bereich?
Es ist ein spürbarer Schlagabtausch. Die Einen weinen lauthals darüber wie Neogreens den Grundstock ihrer Ideale mit Kommerz und kurzsichtiger Konsumwilligkeit vergewaltigen, die Anderen werfen arrogant mit Spitzen über selbstgenähte Kleider und Vorwürfen über starre Sichtweisen und idealistischer Bockigkeit.
Bei reflektierter Betrachtung bemerkt man doch recht schnell wie sehr man sich gegenseitig auf den Füßen steht und detoniert die aktuellen Entwicklungen und die Fähigkeit zum Massenphänomen mittels griesgrämiger Missgunst und einem “nicht-akzeptieren-können” von Andersartigkeit und genau da sollten viele von uns doch ein wenig mehr Erfahrung haben.
Es geht um die Erkenntnis das solche “old-fashioned-values” wie Respekt und Akzeptanz durchaus auch eine Berechtigung im grünen Bereich haben und die Entwicklung positiver Effekte in eben diesem begünstigen.
Ich denke, es ist wichtig das beide Seite vorhanden sind, und die Erkenntnis das gemeinsam voneinander profitieren können - denn beiden Seiten fehlen irgendwo Elemente der Anderen. Die geführten Diskussionen sind wichtig, aber bitte nicht ohne das Unvermögen andere Herangehensweisen zu diskreditieren.
Hier eine kleine Auflistung von Unterschieden und wie man sich eigentlich gegenseitig ergänzen würden.
Klassische Ökos
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Lohas
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- Verzichtsethik
- Stark idealistisch geprägt
- Vorwiegend politisches Handlungsmotiv
- Handeln beruht auf logischer Folgerichtigkeit
- Aufgrund des konsumgeprägten, gesellschaftlichen Kontextes, wenig Aussicht auf Massenbewegung
- Veränderung durch Enthaltsamkeit / Boykott
- Fokus liegt auf Umwelterhaltung und Natur
- im heutigen Gesellschaftskontext wenig attraktiv
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- Kein Verlust von “Lebensqualität”. Kein Verzicht auf bestimmte Dinge, eher das Greifen zur richtigen Alternative.
- Motiviert durch den Zugewinn an Werten
- Vorwiegend emotional geprägtes Handlungsmotiv
- Konsum als zentrales Werkzeug zur Veränderung.
- Potential zur Massenbewegung
- Veränderung durch gezieltes Einsetzen der vorhandenen Konsumkraft
- Fokus liegt auf Selbst & Umwelterhaltung
- Sehr attraktiv, durch ästhetische Produkte mit sozialen, ökologischem und gesundheitlichem Mehrwert.
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Gemeinsame Nenner
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- Ziel: Erhaltung der Umwelt
- Ziel: Gesunde Ernährung, Kleidung, whatever…
- Ziel: Globale Besserung sozialer Zustände
- Die Einen verzichten und bestrafen somit die verschwenderische Konsumgesellschaft und unverantwortlich handelnde Unternehmen, die Anderen beschränken sich aufs Belohnen guter Unternehmen. Beide fördern mit ihrem Geld sozial und ökologisch verantwortungsvolle Unternehmen.
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Ohne das Kritisieren der jeweils anderen Mentalität, unterstützen wir gegenseitig unsere Ziele, weil sie sich im Endeffekt gleichen. Wir bedienen uns nur anderer Methoden. Die Eine mag logischer sein, dafür ist die Andere wirksamer für die Öffentlichkeit und die motivierender, wenn es darum geht eine wirksame Masse zu erreichen.
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November 17th, 2009
brandeins, meinem Empfinden nach das einzige wirklich interessante Wirtschaftsmagazin, hat über brandeinsWissen ein sehr lesenswertes Buch über Firmenverantwortung veröffentlicht. Das Buch nennt sich “Wo beginnt Verantwortung? Das Buch der Fragen” und ist in Zusammenarbeit mit dem Siemens-Konzern entstanden. Das Buch wurde dort firmenintern verteilt und soll dort für die dringend notwendige Sensibilisierung zu dem Thema sorgen. Wer jetzt erwartet, dass dies ein reiner Selfmarketing-Gag ist und seitenweise Lobhuddelei auf den eigenen Konzern darstellt ist auf dem falschen Ozean.
Allein das Vorwort hat mich durch seine Ehrlichkeit und selbstkritische Herangehensweise tatsächlich berührt. Das Buch geht ohne Umwege und unnötigen Pathos direkt dahin wo es weh tut. Es besteht aus Zahlen, Fakten, Essays, Interviews und Reportagen - absolut kritisch, analytisch, neutral und denkanstossauslösend. Wirklich jeder Beitrag dieses Buches hat seine Berechtigung und spiegelt einen anderen Bereich / eine andere Sichtweise des kritischen Themenfeldes CSR / Unternehmensverantwortung wieder. Die Journalisten sind sich, trotz des “schweren Partners” Siemens, mit jeder Zeile treu geblieben und so kann man hier ein Werk erwerben, welches als klares Signal dieser Zeit gewertet werden muss. Sogar bei Giganten wie Siemens bewegt sich etwas und wirkt dabei authentisch. Das ist bei all den herrlichen Beiträgen, das wahre Novum an diesem Buch und hat mich, ehrlicherweise mehr als überrascht.
Das Layout und das Design des Buches, die verwendeten Bilder und Illustrationen sind wirklich der außergewöhnlich gut und werten das Buch zusätzlich auf. Auch wenn man es absolut nicht von einem wirtschaftsorientierten Buch erwartet: Es ist von vorne bis hinten ein Buch mit hohem Eye-Candy-Faktor und eignet sich super um einfach darin herumzublättern und jedes mal einen neuen interessanten Beitrag darin zu entdecken.
Ganz subjektiv & ungeschmiert ist dieses Buch eine echte 5 Sterne - Empfehlung und kann hier bestellt werden: Shop
Es lässt sich noch so vieles über das Buch erzählen und was man daraus lernen kann, bspw. wie Siemens bspw. bei der Herstellung eines Laptops erkennt das Verantwortung jede Ordnung stört und trotzdem wahrgenommen werden muss, das man für die Herstellung eines Glas Wein 350 Liter Wasser benötigt, was Bono in Afrika macht, warum wir so unvernünftig sind, was es mit diesen ganzen Nachhaltigkeitsindizes auf sich hat und und und… Es lohnt sich auf jeden Fall.
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November 15th, 2009

Vor einiger Zeit traf ich mich mit Ian von Riotcreations. Da wir zufällig in der gleichen Heimatstadt ansässig sind, ging das relativ problemlos und da ich ja eher selten Gelegenheit habe, mich von den Machern der vorgestellten Ecowear zu überzeugen, bot es sich an die Gelegenheit beim Schopf zu packen. Ian erklärte mir alles über die Gedanken die hinter dem tollen Projekt stehen und zeigte mir eine kleine Auswahl der Shirts. Neben den ökofairen Baumwoll - Shirts, bietet Riot Creations auch tolle Ware aus Bambus an, welche ich persönlich sehr genial finde. Die Dinger fallen einfach immer perfekt, knittern nicht und fühlen sich einfach unglaublich gut an… Die Farben und Designs sind spielerisch, kreativ und oft mit einer leicht zu übersehenden Note an Genialität - Tipp: Achtet genau auf die Details bei manchen Motiven. Alle Shirts sind Fairwear-zertifiziert und viele Farben auch aus Biobaumwolle (alle weißen und sonst wenn sie dementsprechend ausgezeichnet sind) und der Preis ist auch dem Kunden gegenüber mehr als fair gestaltet. Das Konzept von den Aufständlern ist ein Besonderes. Designer senden jeden Monat ihre Vorschläge ein, die Community wählt dann aus was Ihre gefällt und das Motiv mit den meisten Stimmen geht in Herren & Damenvariante in den Druck und kann bestellt werden. Der gewählte Designer erhält einen Festbetrag und unter den Votern wird auch ein Preis verlost. Also, liebe Bildschirmkreative - ran an den Speck!
Noch mehr Infos zu Riotcreations Fairtradeshirts, gibt es bald.
Hier noch eine kleine bebilderte Auswahl:

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November 14th, 2009
Es ist gefühlte Jahre her, dass auf Konsumguerilla ein neuer Beitrag erschienen ist. Freundliche, aber auch fast schon erzürnte E-Mails erreichten mich - die Wohlgesonnenen ermutigten & lobten, die Anderen forderten bitteschön eine sofortige Erklärung für das Ausbleiben neuer Beiträge. Letztendlich war es so wie bei vielen Dingen im Leben - wenn etwas zur “Pflicht” wird und man die Beiträge nicht mehr aus Lust uns Laune veröffentlicht, vergeht einem diese irgendwann. Die Kombination aus neuem Job, privaten Weiterbildungen, Kind & Kegel waren dann das Zünglein an der Waage.
Als Christoph mich fragte ob ich nicht Lust hätte bei Karmakonsum, sozusagen in Form einer Karmaguerillla wieder zu schreiben, war ich zuerst ein wenig abgeneigt, aber schlussendlich hat mich die Lust dann doch gepackt - das Flämmchen brannte wohl noch ein wenig. Übrigens: Die Unlust zu bloggen, ist nicht auf eine Änderung an meiner Einstellung bezüglich sozialer und Umwelt-Themen zurückzuführen. Allerdings finde ich es, jetzt wie damals, in der Schublade “Anti-Dogma” sehr gemütlich und bekomme, nach wie vor, Würgereiz bei moralinsauer erhobenen Zeigefingern.
Auf Karmakonsum werde ich nun die (subjektiv) besten Konsumguerilla-Artikel einstellen und hin und wieder mit einem neuen Artikel nachwürzen. Ich freue mich auf spannende Diskussionen mit Andersartigen & Gleichgesinnten, Kaufrevoluzzern & Konsumverweigerern, sowie Veganern & Veränderern.
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November 14th, 2009